Aktuelles

BürgerInnen-Dialog der SPD-Ratsfraktion in Handorf

Die SPD-Ratsfraktion war am 24.08. zu Gast in Handorf. Neben der Beratung der Vorlagen in den Ratsgremien und des Rates stand ab 19 Uhr der Austausch mit den zahlreich erschienenen Bürgerinnen und Bürgern auf dem Programm. Die SPD-Fraktion hat dabei ihre politischen Schwerpunktthemen für den Stadtteil vorgestellt und mit den Anwesenden über weitere Themen gesprochen, die die Bürgerinnen und Bürger in Handorf und Münster-Ost bewegen. Nach einem Grußwort des OB-Kandidaten Jochen Köhnke und einer Einführung des Ratsfraktionsvorsitzenden Dr. Michael Jung ging es dann in die politischen Themenfelder.       

  • Sportplatzverlagerung und weitere städtebauliche Entwicklung in Handorf

Der planungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion Thomas Fastermann ließ in einer kurzen Präsentation die Geschichte der Planungen um die Sportstättenverlagerung und künftigen Wohnbauentwicklung auf dem alten Sportplatzgelände Revue passieren. Das vom SPD-Ortsverein entwickelte Konzept fand in der anschließenden Konkretisierung durch die Stadtplanung nur leichte Veränderungen. Die Verlagerung der Sportplätze östlich der Hobbeltstrasse, die Vermarktung und Bebauung der damit frei werdenden Flächen am Kirschgarten sowie die Entwicklung einer Bebauung mit Angeboten des Einzelhandels nördlich des Lammerbachs gehören zu den zukünftigen Entwicklungsmöglichkeiten von Handorf und Dorbaum. Die SPD-Ratsfraktion stellte durch ihren baupolitischen Sprecher Ludger Steinmann klar, dass dieses Konzept zusammengehört und nicht auseinanderdividierbar ist. Die Ratsfraktion bekräftigte ihren festen Entschluss, diese Planungen nicht wie von der Verwaltung angekündigt aus dem Baulandprogramm 2020 zu nehmen und auf später zu verschieben.
"Wir brauchen jetzt bezahlbaren Wohnraum. In Münster gibt es kein Planungsdefizit, sondern eher ein Umsetzungsdefizit", stellte Dr. Michael Jung klar. "Wir werden in allen Gremien für Handorf votieren und allen Verhinderungsabsichten entgegentreten", bekräftigen Fastermann und Steinmann.     

  • Feuerwehrgerätehaus und Bürgerbad

Der Bau des Feuerwehrgerätehauses nach langer Planungszeit ist für die SPD-Ratsfraktion beschlossene Sache. Ebenso eindeutig äußerten sich die SPD-Ratsvertreter zum Bürgerbad. Das Bürgerbad bleibt am Standort und ist nicht Gegenstand der Planungen zur Sportplatzverlagerung and Wohnbebauung. Die SPD wird auch zukünftig das Bürgerbad unterstützen. Die Aufgaben, die das Bürgerbad für das Schul- und Vereinsschwimmen in Münster übernommen hat und die Leistungen des Bürgerbadvereins sind zu wichtig, um in Frage gestellt zu werden. Die SPD wird das bisherige Konzept der Anmietung durch die Stadt weiter unterstützen. 

  • Flüchtlingsunterbringung und Standort Willingrott

Angesichts der dramatischen Entwicklung von Asylanträgen auch in Münster machte die SPD deutlich, dass man auf keinen der in der Vergangenheit und jüngst beschlossenen Standorte für Flüchtlingsunterkünfte verzichten kann. Auch der Stadtteil Handorf kann sich seiner gesamtstädtischen Verantwortung bei der Unterbringung der Menschen angesichts von Flüchtlingszahlen je > 1.000 in Gremmendorf und Gievenbeck nicht entziehen. Ratsherr Ludger Steinmann, selbst Anwohner im Willingrott, versuchte den Bürgerinnen und Bürgern und Nachbarn zu erklären, warum das Konzept aus Kita und Flüchtlingsunterkunft für 50 Personen dem Grunde nach richtig sei. "Die Stadt musste sich angesichts der Flüchtlingszahlen vom Grundsatz, nur 50 Personen pro Unterkunft unterzubringen, verabschieden. Derzeit reden wir über 100 Personen pro Unterkunft in schnell zu errichtenden Gebäuden (Pavillons, Holzrahmenbauweise, Fertigteile). Da kann man sich einem Konzept, dass die vertraglich zugesicherte Kita realisieren und eine dem Wohngebiet anzupassende Bebauung als Unterkunft für maximal 50 Personen entwickeln will, nicht pauschal verschliessen", macht Steinmann deutlich. "Besonders ärgert mich dabei, dass seit mehr als 10 Jahren eine Flüchtlingsunterkunft östlich der Hobbeltstrasse beschlossen ist und bis heute nicht gebaut wurde. Ausgerechnet dieser längst überfällige Bau, der ebenso entschlossen voran getrieben werden könnte, soll durch eine Initiative der CDU zur Verzögerung der Baulandentwicklung in diesem Gebiet erneut auf die lange Bank geschoben werden. Eine solche Politik halte ich für erbärmlich", findet Steinmann deutliche Worte. Letztlich müsse aber jeder selbst entscheiden, wie er zum Flüchtlingsdrama in der Welt stehe und welche Bereitschaft er mitbinge, Menschen in seiner Nachbarschaft aufzunehmen und eine neue Heimat zu geben.      

  • Windenergie und Busverkehr

Die aktuell in der Presse kontrovers geführte Auseinandersetzung um Flächen für Windenergieanlagen (WEA) im Stadtgebiet von Münster wird zwischen Politik und Verwaltung fortgesetzt. Nach dem Windenergie-Erlaß des Landes NRW zur Pflicht von Kommunen, in den Flächennutzungsplänen (FNP) Flächen zur Privilegisierung von Windenergie auszuweisen, hat die Stadt Gutachten eingeholt und sogenannte Potenzialflächen ausgewiesen, die nun einer weiteren Prüfung unterzogen werden. Nach Auffassung von SPD und Grünen hat die Verwaltung aber im Vorfeld Flächen herausgenommen, die trotz Eignung nicht für eine Bebauung mit WEA´s vorzusehen seien. "Das geht so nicht", erläuterten Fastermann und Steinmann. "Das Verfahren muss transparent und rechtssicher sein, sonst laufen wir Gefahr, dass die FNP-Änderung aufgrund von Klagen als nicht zulässig abgewiesen wird". Die nun erfolgte öffentliche Auslegung, die Bürgerbeteiligung und Informationen vor Ort sind wichtige Bausteine in der Prüfung der Eingaben und abschließenden Abwägung der Standorte. Für Handorf sind dies Flächen an der Haskenau, Handorfer Heide und Bauernschaft Laer, siehe auch unter http://www.muenster.de/stadt/stadtplanung/pdf/61_fnp_wind_ausschnitte_osten_k.pdf.

Die SPD nahm die Anregung aus dem Publikum, die Busverbindungen für den Stadtteil aufrecht zu erhalten, gerne entgegen. Über die Taktung außerhalb der Kernzeiten müsse man sicher diskutieren, aber grundsätzlich muss der Stadtteil mit dem ÖPNV erreichbar bleiben. Ebenso dürfe es keine Einbußen im Schulbusverkehr geben. Die SPD unterstützt die Anregung aus der Bürgerschaft, die Buslinienführung über Sudmühle und Dyckburg zu überdenken. Während der Sperrung der Handorfer Straße wurde diese Busverbindung durch die Bevölkerung "getestet" und für attraktiv befunden. Thomas Fastermann erklärte hierzu, dass ein entsprechender Prüfauftrag eingebracht wurde und man das Ergebnis abwarten wolle, einer veränderten Linienführung aber grundsätzlich positiv gegenüberstehe.