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Flüchtlingswohnheim Willingrott – Bürgerversammlung am 18.05.2015

Die Pläne der Verwaltung für den Neubau einer „kombinierten Einrichtung“ wurden den Anwohnern anlässlich einer Bürgerversammlung am 18.05.2015 im Haus Münsterland vorgestellt. Statt einer Gebäudekombination aus KITA und Flüchtlingseinrichtung und damit einem maßvollen und dem Charakter des Baugebietes angepassten Bebauungsvorschlag präsentierte die Verwaltung mehrere Planvarianten für eine zweigeschossige Kita und eine Riegelbebauung in Form von fünf zweigeschossigen Reihenhäusern, die aus Sicht der Anwohner eine massive Übernutzung des verfügbaren Grundstücks darstellen. Alle Einwände und Bedenken aus dem Plenum wurden seitens der Verwaltung mit Hinweis auf  die Ratsbeschlüsse und die Eilbedürftigkeit zurück gewiesen.  Kein Wunder, dass diese Pläne die gesamte Anwohnerschaft gegen diese bauliche Lösung aufbrachte und in der kollektiven Ablehnung einte.

Der SPD-Ortsverein hat sich daher gegen eine solche Form der Bebauung ausgesprochen, weil es sich bei der abgelegen Fläche um die schlechteste aller denkbaren Standorte handelt und beide Einrichtungen von Beginn an mit beengten Platzverhältnissen klar kommen müssten. Ebenso muss man ehrlicherweise zugestehen, dass eine eigene Kita im Baugebiet allenfalls nur noch für einen überschaubaren Nutzungszeitraum benötigt würde. Auch hat sich an den Gründen (u.a. verkehrliche Situation), die vor etwa zwei Jahren gegen eine Nutzung der Fläche als Kita-Standort sprachen, bis heute nichts verändert. Außerdem bietet der von der Verwaltung vorgeschlagene Entwurf aufgrund des Platzmangels keine Möglichkeit einer zukünftigen baulichen Erweiterung.
Darüber hinaus wird die Eignung des Areals als Flüchtlingsunterkunft aufgrund der textlichen Festsetzungen des B-Plans und der großen Entfernungen zu jedweder Infrastruktureinrichtung im Stadtteil bezweifelt. Nur weil die Fläche scheinbar schnell für eine Bebauung zur Verfügung steht, ist sie für den vorgesehenen Nutzungszweck noch lange nicht gut geeignet. Wie soll dann unter diesen  Rahmenbedingungen die viel beschworene Willkommenskultur entstehen, wenn die bauliche Umsetzung von Beginn an auf eine hohe Ablehnung stößt?

Die Eigentümer im Willingrott können sich aufgrund der vertraglichen Vereinbarungen beim Grundstückskauf zu Recht auf den Vertrauensschutz berufen. Es darf bezweifelt werden , dass die durch  die Stadtverwaltung vorgenommene einseitige Änderung der  Rahmenbedingungen für das Wohnumfeld rechtens ist. Mit der geplanten Sportplatzverlagerung des TSV sowie der vorgesehenen Flächenausweisung am Kreisverkehr stehen der Verwaltung sämtliche Planungsoptionen für eine rasche Umsetzung des Flüchtlingskonzeptes und weiterer Wohnbebauung in Handorf offen, zumal der Bau einer Flüchtlingsunterkunft östlich der Hobbeltstraße schon vor über 10 Jahren beschlossen wurde. Jeder Erwerber eines dortigen Grundstücks hätte  dann die freie Wahl, sich für oder gegen einen solchen Standort zu entscheiden. Der vorgezogene Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses belegt, dass eilige Maßnahmen auch vorgezogen werden können.

Parteiübergreifend appelliert der SPD-OV von daher an die Verantwortlichen im Rat und in der Verwaltung, die getroffene Entscheidung zu überdenken. Die Umsetzung des Flüchtlingskonzeptes wird weniger durch die kritische Diskussion möglicher Standorte gefährdet, sondern vielmehr durch das zögerliche Engagement bei der Vorbereitung und Durchführung der zukünftigen baulichen Entwicklung des Stadtteils. Hier heißt es „Gas geben“ statt auf der Bremse zu stehen!