aus der BV-Ost

Gedenken anlässlich des Volkstrauertages auf dem Ehrenfriedhof in Dorbaum

Zu einer Gedenkfeier anlässlich des Volkstrauertages trafen sich am vergangenen Freitag Mitglieder der Bezirksvertretung Ost, der Soldatenkameradschaft in Handorf, des SPD-Ortsvereins sowie eine Gruppe von Firmlingen unter der Leitung von Herrn Pastoralreferent Hans-Dieter Sauer auf dem Ehrenfriedhof in Dorbaum, um an den Gräbern der dort beigesetzten russischen Kriegsgefangenen an die Opfer von Gräueltaten der NS-Herrschaft in den Jahren 1941 – 45 zu erinnern und für diese zu beten.

Wie in den vergangenen Jahren war die Veranstaltung auf dem abseits und versteckt liegendem Areal des Truppenübungsplatzgeländes nur dank der tatkräftigen Unterstützung durch Soldaten der Lützow-Kaserne möglich, die mit BW-Fahrzeugen den Transport der mehr als 20-köpfigen Besuchergruppe bewerkstelligten und mit einer kleinen Abordnung und Fackelträgern dem Niederlegen der Kränze beiwohnten. Gemäß der in russischer und deutscher Sprache verfassten Inschrift ruhen 150 Sowjet-Bürger auf dem Friedhof, der durch die Standortverwaltung wieder hergerichtet worden ist und von ihr gepflegt wird.

In einer nachdenklichen und ergreifenden Ansprache (siehe Redemanuskript) gedachte in diesem Jahr der stellvertretende Bezirksbürgermeister Ludger Steinmann (SPD) den Ereignissen und Umständen, denen die russischen Zwangsarbeiter ausgesetzt waren und erläuterte, warum auch nach fast 70 Jahren nach Kriegsende es wichtig ist, die Erinnerung an die Zwangsherrschaft und an das geschehene Unrecht wach zu halten. Dabei schlug er die Brücke zu den Erfahrungshorizonten anderer europäischer Staaten, in denen das Gedenken an die Kriegsgefallenen ein fester Bestandteil des öffentlichen Lebens und damit ein permanentes Mahnmal für den Erhalt des Friedens ist.

Aus Sicht des SPD-Ortsvereins wäre es wünschenswert, wenn dieser wenig bekannte Ort des Gedenkens in der Zukunft stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt werden könnte. Vielleicht wird dadurch noch viel mehr jungen Menschen die Widersprüchlichkeit des Handelns innerhalb der konservativen Mehrheit in der BV-Ost bewusst, einerseits den Opfern der Nazi-Herrschaft zu gedenken, anderseits durch das trotzige Festhalten an der Benennung von Straßennamen die verantwortlichen Täter und Mitläufer zu ehren (siehe Artikel „Umbenennung von Straßennamen …“).