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Strukturpolitik für Handorf

SPD-Handorf für Sportplatzverlagerung und Neubau des Feuerwehrgerätehauses

Die Verlagerung der Sportplätze und der Neubau des Feuerwehrgerätehauses sind aus Sicht des SPD-Ortsvereins Handorf die zurzeit wichtigsten strukturpolitischen Vorhaben im Stadtteil. Gerüchten zur Folge sind jedoch die Verhandlungen zwischen der Stadt und einem maßgeblichen Grundstückseigentümer des Areals derzeit ins Stocken geraten, weil es offensichtlich ein hohes wirtschaftliches Interesse an einer weiteren landwirtschaftlichen Nutzung des Areals gibt. Ebenso soll sich Widerstand von einigen Bewohnern der anliegenden Wohnbebauung gegen das Vorhaben regen. Aus Sicht der SPD behindert dieser Tatbestand nicht nur die Interessen des Sports, sondern auch die dringend notwendige Verlagerung des Feuerwehrgerätehauses auf die östliche Seite der Hobbeltstraße, weil beide Maßnahmen in einem planerischen Zusammenhang stehen. Die SPD in Handorf wird deshalb Aufklärung von der Verwaltung darüber fordern, ob und in welchem Zeitrahamen es mit den geplanten Bauvorhaben an dieser Stelle überhaupt weitergeht.  Aus Sicht des Ortsvereins darf ein für die Zukunftsentwicklung des Stadtteils so wichtiges Vorhaben nicht an den Partikularinteressen weniger Einzelner scheitern. Folgende Gründe sind aus Sicht der SPD für eine notwendige Umsetzung der beiden Projekte maßgeblich:

 

Erhalt der Lebensqualität und der Infrastruktur

Der Ortsteil Handorf verfügt – abgesehen von dem neuen Baugebiet „Drei Eichen“ – über keine weiteren größeren Reserveflächen für eine Wohnbebauung im aktuellen Flächennutzungsplan der Stadt Münster. Allenfalls das „Räumliche Entwicklungskonzept Ost“ (Stand Juli 2004) sieht im Bereich östlich der Hobbeltstraße, beiderseits des Lammerbachs, noch

Michael Dauskardt

die Möglichkeit einer weiteren Siedlungsentwicklung vor, für deren Realisierung jedoch zuerst der Regionalplan „Münsterland“ geändert werden muss. Zum Erhalt der  vorhandenen Infrastruktur und gegen den festgestellten Trend der Überalterung des Stadtteils setzt die SPD bereits seit den 90er Jahren auf ein „maßvolles Wachstum“ durch die Ausweisung neuer Baugebiete. Die Erfolge im Zusammenhang mit der Entwicklung des Neubaugebietes „Drei Eichen“, der gelungenen Ansiedlung des Lidl-Einkaufsmarktes für die Wiederherstellung einer ausreichenden Nahversorgung, der Mehrzweckeinrichtung mit KITA, Jugendtreff und Mehrzweckraum sowie der Wiedereröffnung des Hauses Münsterland bestätigen die Richtigkeit einer solchen strukturpolitischen Vorgehensweise. 

 

Folgenutzung des ehemaligen Freibadgeländes

Auf der Grundlage des Ratsbeschlusses vom 07.05.2005 (Vorlage Nr. V/0844/2005) wurden das Hallenbad und das Freibad bekanntlich aus der städtischen Trägerschaft entlassen. Seitdem wird das Gelände für seine ursprüngliche Zweckbestimmung nicht mehr benötigt. Das gesamte Gelände liegt brach und bedarf konzeptioneller Überlegungen für eine Folgenutzung.

Gemäß bisheriger Beurteilung im Stadtteilrahmenplan eignet sich die ehemalige Liegewiese grundsätzlich für den Wohnungsbau, denn die Fläche liegt integriert im Siedlungsgefüge des Ortsteils Handorf sehr günstig zu bestehenden Infrastruktureinrichtungen wie Kindergärten und Grundschulen sowie zu den Einrichtungen der Grundversorgung im Ortskern. Der Planbereich der Freibad-Liegewiese verfügt über eine Fläche von rd. 9.800 m² und wäre je nach Wohndichte mit ca. 20 – 30 Wohneinheiten in vergleichbarer Größenordnung des Baugebietes „Drei Eichen“ bebaubar.

Die Umnutzung des Areals als Wohnbaufläche erfordert jedoch die Einplanung eines aktiven Lärmschutzes auf der Ostseite, weil ansonsten aufgrund der Ausweisung als „WA-Gebiet“ ein Mindestabstand von deutlich mehr als 100 m zur Sportanlage bzw. 200 m zum Naturrasen-Großspielfeld eingehalten werden müsste.

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Die Aufgabe des städt. Freibades im Zuge der Bäderschließung erfordert neue Nutzungsperspektiven für das Areal

Eine wirtschaftliche Verwertungsfähigkeit des Grundstücks als Wohnbaufläche erscheint aus diesem Grund zweifelhaft. Aktive Lärmschutzmaßnahmen schränken darüber hinaus den zukünftigen Wohnwert des Areals stark ein. Wegen der Schallschutzproblematik hält die SPD-Fraktion eine solitäre Entwicklungsfähigkeit der Fläche für zweifelhaft. Die Bebauung der Fläche muss von daher in einen größeren Kontext gestellt werden.

 

Fehlende Erweiterungsmöglichkeiten der vorhandenen Sportanlagen am bisherigen Standort

Bereits seit geraumer Zeit hat der TSV Handorf einen erhöhten Nachfragebedarf nach Sportaktivitäten und Spielmöglichkeiten für Mannschaften festgestellt und die Forderung nach einem zweiten Großspielfeld mit Natur- oder Kunstrasen erhoben. Eine solche Erweiterung ist aufgrund der beengten Grundstückssituation auf dem derzeit verfügbaren Areal nicht möglich. Als Folge dieser Situation kann der Nachfragebedarf nach Trainings- und Spielmöglichkeiten nicht vollständig befriedigt werden.

Nach Auffassung der SPD stellt die Förderung des Vereinssports in Handorf eine wichtige gesellschaftspolitische Aufgabenstellung für den Stadtteil dar. Der TSV Handorf hat in dieser Beziehung bereits in der Vergangenheit eine hervorragende Arbeit geleistet. Insbesondere die Betreuung von Jugendlichen und deren frühzeitige Heranführung an Sportaktivitäten stellen einen langjährigen Schwerpunkt der Vereinsarbeit dar. Diese Form der Jugendbetreuung fördert die Sozialkompetenz und vermittelt entsprechende Erfolgserlebnisse in der Gemeinschaft. Das TSV-Engagement in die Jugendarbeit vermittelt von daher Grundwerte, die in unserer Ellenbogengesellschaft immer wichtiger werden.

Die SPD in Handorf sieht deshalb ein wichtiges Ziel darin, die sportliche Angebotspallette zu verbessern und dem erhöhten Nachfragebedarf durch bauliche Erweiterung Rechnung zu tragen. Dieser Erweiterungsbedarf kann nach Auffassung der SPD nur bei einer konsequenten Verlagerung des bisherigen Sportflächenareals befriedigend gelöst werden.

 

Funktionale und bauliche Verbesserung des Feuerwehrgerätehauses

Der vorhandene Löschzug der freiwilligen Feuerwehr in Handorf stellt einen unverzichtbaren Bestandteil für die Wahrnehmung von Brandschutz- und Rettungseinsätzen im Osten von Münster dar. Der Einsatz der ehrenamtlichen Kräfte und des notwendigen Einsatzgerätes ist für die qualitative Absicherung der definierten Schutzziele auch zukünftig notwendig.

Das Feuerwehrgerätehaus in Handorf wurde in den 60er Jahren erstellt und weist zwischenzeitlich erhebliche bauliche und funktionale Mängel auf. Von der Lage her ist es eingebunden in eine umgebende Wohnbebauung mit durchgängiger Ausweisung von Tempo 30-Zonen. Aufgrund der Lage und des baulichen Zustandes besteht dringender Handlungsbedarf bezüglich einer Verlagerung des Standortes. Die Einschätzung stützt sich im Wesentlichen auf folgende Tatbestände:

  • Die eingeschränkten und durch den Anliegerbedarf frequentierten Parkmöglichkeiten im Umfeld des derzeitigen Standortes wirken sich auf die Zeiträume für die Einsatzbereitschaft der im Alarmfall herbeieilenden Einsatzkräfte negativ aus. Der ruhende Verkehr in den Tempo 30-Zonen in Verbindung mit engen Straßen und spielenden Kindern behindern das Ausrücken des Löschzuges im Alarmierungsfall.

  • Die begrenzte Höhe der Hallentore lässt nur noch die Verwendung von veralteten Einsatzfahrzeugen zu, da modernes Feuerlöschgerät von den Abmessungen her nicht mehr unterzubringen ist. So nutzen bereits die vorhandenen Altfahrzeuge die verfügbare Torhöhe vollständig aus.
  • Die im Hallenbereich angesiedelten Umkleidebereiche sind aufgrund der unzulänglichen Abgasabsaugung den Einflüssen der Ruß- und Autoabgase von Dieselfahrzeugen im Einsatzfall nahezu schutzlos ausgeliefert. Die Abgasemissionen stellen eine gesundheitliche Gefährdung für die ehrenamtlich tätigen Rettungskräfte dar.

  • Eine Trennung von Sanitär- und Umkleidebereichen nach Geschlechtern ist aufgrund der baulichen Rahmenbedingungen nicht möglich.

  • Es fehlen Wasch- und Abstellbereiche für die Reinigung der Fahrzeuge und des Gerätes nach Rettungseinsätzen.

  • Die maroden Sanitäreinrichtungen bedürfen der Erneuerung und Erweiterung. Schimmelbefall der Außenwände in Verbindung mit undichten Bauteilen sind Kennzeichen dafür, dass die technische Lebensdauer wichtiger Bauteile bereits überschritten ist.

  • Mangelnde Schulungsmöglichkeiten sowie fehlende Büro-, Lager- und Funktionsräume schränken die Gebrauchstauglichkeit des Gebäudes weiter ein.

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26.03.2010 – Vertreter des SPD-Ortsvereins informieren sich über die Probleme des Feuerwehrgerätehauses

 

Aufgrund von Erfahrungswerten wurde der notwendige Sanierungsaufwand für das fast 50 Jahre alte Gebäude auf eine Größenordnung von insgesamt rd. 600.000 EUR geschätzt. Im Vergleich mit einer Neubaulösung und dessen Investitionsbedarf von rd. 1,2 Mio. EUR wird eine Sanierungsmaßnahme die mit dem Standort verbundenen baulichen und lagebedingten Funktionsmängel nicht beseitigen können.

Die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Münster ist daraufhin zu der Schlussfolgerung gelangt, das Feuerwehrgerätehaus an eine verkehrsgünstig besser gelegene Stelle zu verlagern. Aus Sicht der Feuerwehr wäre ein neuer Standort östlich der Hobbeltstraße unter einsatztaktischen Gesichtspunkten ideal. Ein Teil der Mehrkosten für den Neubau könnte aus der Vermarktung des bisher genutzten Areals als Wohnbauland finanziert werden.

 

Gesamtfazit

Die Ausweisung und zügige Vermarktung neuer Baugebiete im Bereich zwischen Handorf und Dorbaum (Baugebiet Drei Eichen) hat gezeigt, dass sich der Ortsteil aufgrund seines Freizeit- und Wohnwertes nach wie vor einer hohen Beliebtheit erfreut. Aufgrund der starken Überalterung seiner Bevölkerung und seiner Infrastruktur wird auch zukünftig ein maßvolles Wachstum notwendig werden, die Negativauswirkungen solcher Entwicklung zu begrenzen.

Das Areal des Sportzentrums in Handorf bildet zusammen mit der Fläche des ehemaligen Freibades eine Größenordnung von rd. 52.400 m². Umgeben von Wohnbebauung im Norden, Westen und Süden sind auf dem Gelände selbst keine Erweiterungsflächen für ein weiteres Großspielfeld vorhanden. Aus diesem Grunde wird bereits seit längerer Zeit die Verlagerung der Sportflächen auf die östliche Seite der Hobbeltstraße im Bereich Lammerbach diskutiert mit dem Ziel, die freiwerdende Fläche zukünftig als Bauland zu vermarkten. Nach Überzeugung der SPD-Fraktion eignet sich das Gelände aufgrund seiner zentralen Lage hervorragend für eine innerstädtische Verdichtung mit gemischten Wohnbauangeboten. Auch städtebaulich hat eine klare Funktionstrennung zwischen Sport und Wohnen Vorteile. In diesen Kontext mit eingebunden werden muss die notwendige Verlagerung des Feuerwehrgerätehauses, um durch ein ganzheitliches Planungskonzept etwaige Zielkonflikte oder Funktionsüberlagerungen zwischen den Belangen der Feuerwehr und des Sports an dem neuen Standort zu vermeiden.

Die SPD in Handorf fordert deshalb die Verhandlungspartner auf, die Gespräche auch unter Würdigung der berechtigten wirtschaftlichen Interessen der Pächter mit der Zielsetzung weiterzuführen, zeitnah zu einem Ergebnis zu finden. Handorf braucht klare Ziele für die Zukunftsentwicklung des Stadtteils und die politische Geschlossenheit, diese Ziele bei der Ressourcenverteilung durch den Rat erfolgreich zu erreichen.