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Neujahrsempfang der SPD

Der Einladung zum Neujahrsempfang des SPD-Ortsvereins Handorf und der SPD-Fraktion in der BV Ost in das Heimathaus waren auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Vertreter der Vereine, der verschiedenen Gruppen bürgerschaftlichen Engagements, die Bezirksbürgermeisterin sowie die politisch Aktiven in Rat und Bezirksvertretung gefolgt.

Der Vorsitzende Michael Dauskardt konnte in seiner Ansprache vor rund 70 Gästen die Schlaglichter des vergangenen politischen Wirkens der SPD im Stadtteil Revue passieren lassen. So ist der Erhalt der Lützow-Kaserne zunächst bis 2016 gesichert, die Verlagerung des Feuerwehrgerätehauses und der Sportstätten initiiert und in den verschiedenen beteiligten Gremien mit Nachdruck verfolgt worden. Die U3-Kinderbetreuung in Handorf konnte trotz anfänglicher Bedenken einiger Eltern mit einem pragmatischen Lösungsansatz verbessert werden. Auch zukünftig wird sich die SPD, so Michael Dauskardt, der Umsetzung dieser Themen in allen Entscheidungsgremien engagiert widmen. Dazu gehört auch der Bau einer neuen KITA am Juffernbach unter Berücksichtigung der Belange des TSV Handorf.

neujahrsempfang

Freuten sich über eine gelungene Veranstaltung (v.l.n.r.): Marion Mix (BV Ost), Christoph Strässer (MdB), Michael Dauskardt (Vorsitzender SPD Handorf), Martina Klimek (Bezirksbürgermeisterin, CDU), Ludger Steinmann (stellvertr. Bezirksbürgermeister), Thomas Marquardt (Ratsherr)  

 

Ratsherr Thomas Marquardt griff in seiner Rede die Thematik der viel diskutierten Strassenumbenennung in Münster auf. Angesichts des hohen Zuspruchs aus Politik, Bürgerschaft und Verwaltung bei der Benennung des Karl-Meyer-Weges in Handorf sei es schon schwer verständlich, wieso die Namen von Straßen und Plätzen nachweislich aktiver Personen der NS-Ideologie und bekennender Antidemokraten weiter beibehalten werden sollen, so Marquardt. Im Fall des Hindenburgplatzes ergäbe sich ja die Möglichkeit, mit einer Umgestaltung des Platzes auch eine Umbenennung zu verknüpfen. Als Erfolg wertete Marquardt die verantwortliche Mitgestaltung der SPD am Haushalt der Stadt Münster, die in Einzelfällen sicherlich Bauchschmerzen bereite, die Handlungs- und Gestaltungsfähigkeit von Rat und Verwaltung aber erhalte.

Besonders aufmerksam verfolgten die Gäste den Vortrag des Bundestagsabgeordneten Christoph Strässer, der mittlerweile zu einem festen Programmpunkt des Neujahrsempfangs geworden ist. Für ihn sei rückblickend festzustellen, so Strässer, dass der Wert von Prognosen als Maßstab der politischen Willensbildung derzeit gegen Null verlaufe. Noch nie hat es in so kurzer Zeit so völlige Richtungswechsel in der Politik gegeben, wie im letzten Jahr. War auf dem letzten Neujahrempfangs noch die Verlängerung von Laufzeiten für die Atomkraftwerke ein wichtiges Thema, wurde die Kehrtwende aufgrund der Ereignisse in Fukushima binnen weniger Wochen vollzogen. Weitere Problembereiche sieht Strässer in der übereilten Abschaffung der Wehrpflicht mit Auswirkungen auf die Aufgabenstellung, Mittelbereitstellung und Standortwahl für die Bundeswehr mit massiven Auswirkungen auf die Regionen. Im Ausblick auf zukünftiges Handeln der Bundes- SPD konnte Strässer die Themen Wirtschaft, Europa und Sicherung der Demokratie besetzen. Er kritisierte Auftreten und Wirken der Ratingagenturen, rechtfertigte aber auch das verantwortliche Mitarbeiten der SPD am Europäischen Rettungsschirm. Deutschland habe im historischen Kontext Grund zum Dank für die Solidarität anderer Länder, nun bestehe auch eine Pflicht zum solidarischen Handeln. Überhaupt müsse die Integration der Staaten und der Bevölkerung unter Bewahrung der Nationalität in ein gemeinsames Europa forciert werden. „Europa muss gelebt werden“, so Christoph Strässer.
Besonders betroffen war Strässer von der neuen Form des Rechtsextremismus, der das Versagen des Staates und seiner Behörden offenlegt. Er setze sich dafür ein, dass Kürzungen der Mittel zur Bekämpfung solcher Formen der Gewalt zurückgenommen werden. Christoph Strässer hinterließ mit seiner Forderung nach aktivem Eintreten für die demokratischen Rechte und Freiheiten ein nachdenkliches Publikum, weil der Bestand und das Funktionieren der Demokratie nur durch ein konsequentes und parteiübergreifendes Votum gegen Rechtsextremismus auf allen Ebenen und in allen Regionen zu gewährleisten sei.